Ist Ihr Kälberstall winterfest? Machen Sie den schnellen Wintercheck

Ein gutes Stallklima im Kälberstall ist im Winter keine Selbstverständlichkeit. Kälte, Zugluft und Feuchtigkeit bilden zusammen eine tückische Kombination, die das Risiko von Kältestress bei Kälbern deutlich erhöht. Müssen Kälber Energie aufwenden, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, bleibt weniger Energie für Wachstum und Entwicklung übrig.

Viele Milchviehhalter beobachten, dass die Milchleistung in der Winterperiode etwas zurückgehen kann. Milchkühe benötigen bei niedrigen Temperaturen mehr Energie, um warm zu bleiben. Dies können sie teilweise ausgleichen, da der Pansen durch die Fermentation kontinuierlich Wärme produziert. Dennoch steht ein Teil dieser Energie nicht mehr für die Milchproduktion zur Verfügung.

Bei Kälbern ist die Situation anders. Ihr Pansen ist noch nicht als Wärmequelle entwickelt. Sie sind daher vollständig auf ihre Umgebung und auf die Energie aus der Fütterung angewiesen, um warm zu bleiben. Bei Kälte, Zugluft oder einer nassen Liegefläche geht diese Energie schnell zulasten von Wachstum und Widerstandskraft. Genau deshalb ist ein winterfester Kälberstall entscheidend.

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Machen Sie den schnellen Wintercheck für Kälber

Gehen Sie diese Punkte in kalten Perioden regelmäßig durch. Schon kleine Anpassungen können einen großen Unterschied machen.

1. Liegen die Kälber warm und trocken?

Kälber verlieren beim Liegen viel Wärme über den Bauch.

  • Liegt ausreichend trockenes Stroh in der Bucht?

  • Bleiben Ihre Knie beim Knietest trocken?

  • Liegen die Kälber von der kalten Bodenfläche ab?

2. Gibt es Zugluft auf Kälberhöhe?

Nicht die Temperatur, sondern vor allem die Luftgeschwindigkeit bestimmt den Wärmeverlust.

  • Spüren Sie Luftströmungen auf Kälberhöhe?

  • Gibt es Ritzen, Fugen oder Öffnungen?

3. Sind die Kälber vor Wind und Niederschlag geschützt?

Wind und Feuchtigkeit verstärken den Kälteeffekt.

  • Steht die Kälberhaltung windgeschützt?

  • Dringen Regen oder Schnee in den Stall ein?

  • Hält die Dachkonstruktion der Schneelast stand?

  • Sind Seitenwände und Dachüberstand ausreichend dimensioniert?

4. Wie sehen Fell und Körperhaltung des Kalbes aus?

  • Steht das Fell rau oder gesträubt ab?

  • Liegen die Kälber zusammengekauert?

Dies ist ein Zeichen der Selbstschutzreaktion: Das Kalb versucht, seine Körperwärme zu halten.

5. Erhalten die Kälber ausreichend Energie aus Futter und Wasser?

Bei Kälte steigt der Energiebedarf deutlich an.

  • Wie ist die Futteraufnahme?

  • Benötigen junge oder schwächere Kälber zusätzliche Unterstützung?

  • Sind die Tränken frei von Eis?

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Gefrorenes oder sehr kaltes Trinkwasser hemmt die Wasseraufnahme und damit auch die Futteraufnahme. Im Winter kann ein Umlaufsystem dabei helfen, das Trinkwasser frostfrei zu halten und besser verfügbar zu machen.

Kältestress ist oft nicht sofort sichtbar, macht sich jedoch deutlich im Kälberwachstum bemerkbar. Erkennen Sie bei diesem Wintercheck Handlungsbedarf, ist genau dann der richtige Zeitpunkt, gegenzusteuern. Je besser das Stallklima, desto mehr Energie können Kälber für Wachstum und Entwicklung einsetzen.

Und denken Sie daran: Bei Temperaturen unter 10 °C kann eine Kälberdecke bereits einen großen Unterschied machen – vorausgesetzt, die Basis stimmt: Liegekomfort, Stallklima und Fütterung.

Je besser das Stallklima, desto mehr Energie für Wachstum.

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